Ruhe, Urwald, Meeresrauschen..
... suchst du das idyllische Rauschen der Wellen im Ohr – am Rand des Prerower Urwalds?
In einem skandinavischen Holzhaus, eingerichtet vom Tischlermeister, mit einer Jahrhunderte alten Familientradition? Hier verbinden sich Natur, Handwerk und Geschichte – für deine Auszeit am Meer....
Wie wir in Prerow eine zweite Familenheimat fanden..
Ahlbeck ade – Stinkefisch statt Seeluft
Berlin, Anfang 1900: Drei Kinder, ein müder Vater und eine Mama, die dringend Erholung braucht. Der Arzt befiehlt: „Ab an die See!“ Also spart die Familie, fährt nach Ahlbeck – und erlebt den Schock: Waschverbot, muffige Häuser, der Gestank von vergrabenen Fischen. Von Erholung keine Spur.
Doch die Sehnsucht nach der Küste bleibt. 1904 wagt Helene alleine eine Erkundungsreise nach Prerow. Mit dem „Bimmelbähnchen“ geht es nach Stralsund, dann weiter auf einem knarrenden Dampfschiff. Auf Deck stapeln sich Körbe voller Eier, Hühner gackern, Matratzen fliegen durch die Luft. Ein junger Seemann reicht galant die Hand – und Helene stolpert mitten hinein ins Chaos.
„Nie wieder Prerow!“
Die Ankunft in Prerow wird zur Katastrophe: Wind und Kälte peitschen übers Land, es gibt kein Zimmer, keinen Kaffee, die Tasche ist verschwunden. Die Nacht im Strandhotel endet im Schwur: „Nie wieder Prerow!“ Doch der Schwur hält nicht lange.
Denn schon im nächsten Sommer zieht die Familie erneut los – diesmal zu Frau Witt in die Waldstraße. Dort gibt es Brot, Honig und frische Seeluft. Zwar sind die Betten viel zu kurz und Ohrwürmer purzeln von der Decke, doch die Kinder sind glücklich, und das ist alles, was zählt.
Vom Dunghaufen zum Paradies
1905 wird schließlich ein altes Fischerhaus gekauft. Im Preis enthalten: ein prächtiger Misthaufen direkt vor der Tür. Ein Schatz, wie sich bald zeigt – nie wieder wuchsen die Rüben so groß wie im ersten Sommer! Das Haus wird zur Heimat, und das Dorf mit seinen Eigenheiten wächst der Familie ans Herz.
Damals gab es noch strikte Trennung am Strand: Damenbadeanstalt hier, Herren dort. Doch die Berliner Familien wollten zusammen ins Wasser. Kurzerhand wurde ein Familienbad eingerichtet. Pastor Leese schäumte vor Empörung und prophezeite den Untergang der Welt. Heute würde er wohl am Strand die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Sommernächte und Traditionen
Die Abende verbringt man unter funkelndem Sternenhimmel. Man lauscht dem Rauschen der Wellen, trinkt ein heimlich mitgebrachtes Fläschchen und erklärt den Kindern die Sternbilder. Wenn eine Sternschnuppe fällt, wünschen sich alle nur eins: dass dieser Sommer niemals zu Ende geht.
Auch ernste Anlässe haben ihren ganz eigenen Ton. Bei einer Beerdigung erhält jeder Gast neben Kuchen und Schnaps gleich zwei Zigarren auf den Teller gelegt. Nach alter Darßer Tradition geht es dabei nicht selten heiter zu – der Himmel weint, während die Nachbarn lachen.
Fazit: Himmel auf Erden
Aus dem ersten Fluch – „Nie wieder Prerow!“ – wird eine große Liebe. Prerow wird Heimat, Paradies und Lebensschule: Einfachheit, Natur und Gemeinschaft.
Und so ist es bis heute geblieben: Wer einmal hier war, der kommt wieder. Denn Prerow hat die magische Mischung aus Wald, Dünen und Meer – und Geschichten, die man niemals vergisst!
Und heute?
Wir sind nun die Generation, die diese Tradition weiterführt – in der Hoffnung, dass auch unsere Kinder und Kindeskinder dieses Erbe bewahren und mit Leben füllen. So möge ein weiteres Jahrhundert voller Geschichten entstehen – verwurzelt in Prerow, getragen von Meer, Wald und Gemeinschaft.
Malerin Helene Kayser (meine Ur Ur Oma) malt Ihr Ferienhaus in Prerow (ca. 1935).